Diese Saison verlief ja alles andere wie nach Plan. Mein Handgelenk hat mir in diesem Jahr ziemlich viel abverlangt. Und trotzdem, einmal noch starten, dass musste unbedingt sein. Also meldete ich mich für den 1* in St. Agnant über 95km an.
Am Donnerstag morgen ging es ab Richtung Frankreich, mit dabei war Sonja Bobsin, die mich als Groom begleitet hat. Die Gegend um den Lac de Madine ist wunderschön und das Wetter war ja traumhaft! Nicht zu vergleichen mit dem Vorjahr:-)
Lac de Madine
Am Freitag kam unser zweiter Groom nach. Dieses mal zählte Roger, mein Partner, mit zum Team. Leider gab es noch einen kleinen Patzer, auf der FEI Ausschreibung (auf der Ersten...) war das Datum mit 01.10.11 angegeben, aber, siehe da, auf dem Platz stellten wir dann fest, unser Rennen ist "erst" am Sonntag 02.10.11. Egal! So konnten wir in Ruhe am Samstag das Renngeschehen bei den CEI2* verfolgen.
beim Spaziergang
und hier mein super Groom Sönä
Am Sonntag dann, um 07 Uhr - Start! Ich war vielleicht nervös. Doch Faraon nahm mir diese schon ziemlich bald. Er lief absolut Top. Meine Taktik war im vorderen Drittel mit zu reiten. Dies klappte eigentlich ganz gut, bis wir unterwegs auf die Spitze stiessen. Dort hatte es einen Sturz gegeben, und man war gerade wieder dabei loszureiten. Deshalb waren dann alle wieder beieinander. Die erste Runde wurde sehr flott geritten. Mit einer Geschwindigkeit von 16.79 km/h gingen wir in die erste Vet Kontrolle, die wir ohne Beanstandungen über uns ergehen liessen.
Und schon ging es auf die zweite Runde. Da wir noch alle dicht beieinander waren, und Faraon absolut kein Problem hatte mit der Geschwindigkeit, liess ich ihn mit laufen. Und auch die nächsten 37km verliefen ohne grosse Probleme. Ok, ich hatte bereits auf der ersten Runde mit meinem Bein, meinem Arm und meinem Bauch zu kämpfen - tja, man bleibt halt nicht so fit wie man denkt :-) aber, es lief sehr gut. Und rasch kam das zweite Vet Gate, was wir wieder mit einer flotten Runde (17,55 km/h) hinter uns gebracht hatten.
Wir hatten aber einen gröberen Patzer eingebaut. Wir sind zu früh ins Vet, dort hiess es dann "Sorry" der Puls war um zwei Schläge zu hoch. Also wieder rundherum rennen und weiter kühlen. In der Zwischenzeit sind dann alle anderen in den Vet Check und wir mussten unseren Spitzenplatz abgeben. Was solls, wir haben wieder dazu gelernt. So verloren wir wertvolle Minuten. In dieser Pause hatten wir dann unseren obligatorischen Re-Check. Wie ich das Wort schon hasse. Jedoch, alles war gut oder besser gesagt besser, und wir durften auf die letzte Schlaufe über 20km.
dies ist die dritte Schlaufe über 20km - Wunderschön!
Da wir unseren Patzer im zweiten Vet hatten, mussten wir nun alleine auf den letzten Streckenabschnitt mit einem Rückstand von knapp 5 Minuten. Da ich merkte, dass Faraon ein wenig müde war und ich ihn nicht treiben wollte, entschied ich mich, die Spitze nicht mehr einzuholen. Schliesslich war es unser erstes Rennen mit dieser Geschwindigkeit und die Sonne brannte nun erbarmungslos vom Himmel! Es war um die 25° und man bedenke, es ist der 2. Oktober! So liess ich ihn im langsamen Galopp und Trab über die Strecke laufen. Einfach sicher ins Ziel habe ich mir gedacht.
Dann der letzte Groompoint 2km vor dem Ziel. Ich wurde noch fleissig von meinen Helfern angefeuert und schon waren wir im Ziel. Kühlen, kühlen, kühlen und dann ab in die Schlusskontrolle. Dann vortraben und - Bestanden! Im ersten Moment realisierte ich es überhaupt nicht, bis Sönä mir um den Hals fiel. Da hatte ich kapiert - jawohl, wir haben's geschafft! Wir beendeten den Ritt auf dem 5. Rang mit einer Gesamtgeschwindigkeit von 16.392 km/h.